"Es gibt wohl kaum einen ähnlichen Wasserlauf in einem Waldgebiet Brandenburgs, wo seit dem Mittelalter so viele Wassermühlen entstanden sind und sich die Mühlenräder Jahrhunderte lang rauschend gedreht haben wie in dieser reizvollen Landschaft."*
*aus "Die Mühlen im Schlaubetal" von Heinz Tölle

Auch wenn nicht mehr alle Mühlen funktionieren oder in den Genuss einer Sanierung gekommen sind, lohnt sich gerade deshalb ein Besuch der noch erhaltenen, liebevoll sanierten Mühlen im Schlaube- und Dorchetal. An der einst lebenserhaltenden Funktion für die Wirtschaft des Schlaubetals hat sich bis heute nichts geändert. So manche Mühle schafft heute wieder Lohn und Brot als urgemütliche Gaststätte oder als sehenswertes Mühlenmuseum mit einer Schauvorführung. Die auffällige Häufung der Mühlen im Schlaubetal erklärt sich damit, dass in der weiteren Umgebung kein geeignetes Gewässer für einen störungsfreien Mühlenbetrieb vorhanden war.

Aufgrund der großen Anzahl der Mühlen im Schlaubetal sind nachfolgend nur einige beispielhaft genannt um die große Vielfalt der Schlaubemühlen zu veranschaulichen. Weitere Mühlen gab es unter anderem in Kupferhammer, Kaisermühl, Schlaubehammer, am Planfließ sowie die Mittelmühle. Im benachbarten Oelsetal befinden sich ebenfalls einige Mühlen, wie die Walke-, Janke- und Klingemühle. Diese sind zwar nicht mehr im Betrieb, aber dennoch ein lohnendes Ausflugsziel.

Möchten Sie eine oder mehrere Mühlen in ihr Ausflugsprogramm aufnehmen, dann erfahren Sie Näheres in der
Schlaubetal-Information.

Müllroser Mühle - "Oderland - Mühlenwerke Müllrose"

Von allen Mühlen an der Schlaube ist die Müllroser Mühle die einzige produzierende Mühle in Ost - Brandenburg, die als moderner Betrieb wettbewerbsfähig ist.
Als auffälliger, 6-stöckiger, roter Ziegelbau am Nordufer des Müllroser Sees, dessen Abfluss zum einstigen Wasserrad geführt hat, bestimmt sie zusammen mit der Kirche und dem historischem Marktplatz die Silhouette der Stadt.
Zugleich ist sie nachweislich die älteste Mühle des Schlaubetals.


1275 erste urkundliche Nennung als "slube moln"
1839 Aufbau eines Mühlenbetriebs unter Adolf Schmidt, Umstieg auf Dampfantrieb
1873-1897 Betrieb entwickelt sich zu einer international bekannten Handelsmühle und erwarb
   Medaillen auf der Weltausstellung in Wien
um 1900 erzeugten 80 Mitarbeiter 70-80 t Mehl pro Tag
nach 1945 "VEB Müllroser Mühlenwerke"
ab 1992 eigenständiges Unternehmen als "Oderland - Mühlenwerke Müllrose"

Derzeit umfasst das Warenangebot neben dem herkömmlichen Mahlgut zusätzlich Bio-Produkte wie Weizen- und Roggenkeime und -Kleie. Da die Mühle sich im ständigen Produktionsbetrieb befindet sind Führungen nicht möglich.

 
Ragower Mühle  

Diese Mühle ist die einzige mit erhaltener Mühlentechnik im Schlaubetal. Wahrscheinlich wurde das Flussbett der Schlaube extra verlegt um das Wasser in einen neu angelegten Mühlenteich zu leiten. Die Mühle wurde als Getreidemühle erbaut, jedoch auch als Schneidemühle für Holz betrieben.
erbaut um 1670
ab 1743 in Besitz der Familie Schauer, später Schur
1872 Neubau mit neuer Mühlentechnik
1964 Anschluss an Stromnetz, damit Turbine nutzlos
1968 endgültige Stilllegung
1987 Eintragung in Denkmalliste
1996 Erwerb der Mühle durch Familie Börner
2001 Beginn der Restaurierung als technisches Denkmal und Mühlenmuseum
2006 Fertigstellung Stauanlage, Fischtreppe und Brücke

Heute beherbergt sie eine rustikale Gaststätte mit 2 Privatzimmern zum Übernachten. Die gesamte Anlage ist liebevoll restauriert und lädt zum gemütlichen verweilen ein. In der Schaumühle können Sie bei einer Führung bestaunen, wie seit jeher Mehl gemahlen wurde. Im neuen Turbinenhaus befindet sich eine wassergetriebene Francis-Turbine aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Auf Schautafeln kann man die Instandsetzungsarbeiten nachvollziehen. Die waldreiche ursprüngliche Umgebung bietet sich besonders für Radtouren und Wanderungen an.

 
Kieselwitzer Mühle  

Sie war eine oberschlächtige Wassermühle, die im Neuzeller Erbbuch als "mole zu Kyslowiez" beurkundet wurde. Durch Abriss des alten Mühlengebäudes und durch Neubau von Wohneinheiten sowie modernen Anlagen für die Forellensetzlinge wandelte sich inzwischen das Bild im Kieselwitzer Schlaubegrund grundlegend.
1659 Neubau nach Brand
Betrieb als Getreide- und Schneidemühle
Anfang 20. Jh. Aufbau einer Fischzucht
1930 Einstellung Mühlenbetrieb
1959 Übernahme der Fischzucht durch "VEB Binnenfischerei"
seit 1996 in Privateigentum

Hier werden heute Regenbogen-Forellen erbrütet und bis zu einen Gewicht von 15 - 25 Gramm aufgezogen. Der ehemalige Mühlenteich ist inzwischen ein Paradies für Angler.

 
Schlaubemühle  

Sie diente den Bauern von Wirchenow zum Mahlen des Korns. Ab dem 16. Jahrhundert kamen Mahlgäste aus den Orten Treppeln, Bahro, Henzendorf, Kobbeln und Göhlen.
In den 1950er Jahren wurde die Obere Schlaubemühle endgültig abgerissen. Das Grab des letzten Schlaubemüllers Gustav Lindner (gest. 1942) befindet sich in geweihter Erde in der Nähe der Mühle.
1420 erste urkundliche Erwähnung
1750 Errichtung einer Schneidemühle
   ("Untere Schlaubemühle")
von 1693 bis 1942 im Besitz der Familie Lindner
ab 1945 Betrieb einer Gaststätte und Ferienheim
ab 1993 Naturschutzzentrum des BUND

Anstelle der Mühle steht heute das Naturschutz- Informationszentrum des BUND und ein nachgebautes leichtes Mühlenrad. Für interessierte Besucher stehen auch Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

 
Schwerzkower Mühle  

Von den einstigen Dorchemühlen gibt sich nur die Schwerzkoer Sägemühle, mit dem rekonstruierten Wasserantrieb, dem Besucher zu erkennen. Der älteste Hinweis von 1420 gibt als Ursprung allerdings eine Mahlmühle an. Um 1900 wurde vermutlich der Sägebetrieb aufgenommen. Aus jener Zeit stammt auch die wieder funktionierende Technik in dem bis zum Jahr 2000 restaurierten Denkmal.

Heute bietet Sägemüllers "Stamm-Tisch" Mühlenromantik pur. Im Mühlenladen können Produkte der Region erworben werden. Die zu besichtigende funktionstüchtige Technik stammt aus den Anfängen des 20. Jahrhundert und wurde im Jahr 2000 restauriert. Ein Höhepunkt für Technik-Interessierte ist die Vorführung des Sägegatters.

 
zurück